Kelim (persisch: gilim, türkisch: kilim) ist ein gewebter Teppich aus Schaf-, Baum-, Kamel-, oder Ziegenwolle.  Kelims werden gewebt, oder auch gestickt.

Das Weben von Kelims ist eine seit Jahrtausenden von Nomaden gepflegte Kulturtechnik, die von Generation zu Generation in der Familie weitergegeben wird.

Die nomadische Lebensweise und die damit verbundene Herstellung nomadischen Web- und Knüpfhandwerks ist massiv im Rückgang. Alte Kelime, insbesondere gut erhaltene Exemplare von mehr als hundert Jahren, sind echte Kleinode und von Sammlern aus aller Welt als Wertanlage hoch begehrt.

Material:

Die Nomaden benutzen neben Baum-, Ziegen-, und Kamelwolle mehrheitlich hochwertige, selbstgesponnene Schafwolle von der eigenen Herde.

Feinheit (Lamm) und Fettgehalt (Schafrasse) der Wolle sind sehr wichtige Qualitätskriterien. Sie haben Einfluss auf Weichheit, Glanz und Lebensdauer der gefertigten Handarbeiten.

Der zeitaufwendige Arbeitsprozess vom Scheren des Freiland-Bio-Schafes über das mühsame Kämmen, Spinnen, Drehen und Färben mit Naturfarben aus Blumen, Blüten, Blättern, Beeren, Wurzeln, Schalen von Granatapfel, Rinden, Schildläusen usw. bis zum Weben der Wolle verlangt große Kompetenz, Hingabe und Liebe zum Detail.

Das Endergebnis ist ein Unikat mit Charisma und Charme, das Respekt und Anerkennung verdient und dessen Wert weit über dem Preis liegt.

Verwendungszwecke der Kelims:

  • Bodenbelag
  • Wanddekoration
  • Sofabedeckung
  • Bettbedeckung
  • Kissen
  • Möbelpolsterung
  • Taschen
  • Vorhänge

Verbreitungsgebiet:

Iran, Türkei, Afghanistan, Kaukasus, Nordafrika, Balkan