Nomadismus bezeichnet eine mobile Variante der Viehwirtschaft, bei der ganze Hirtenstämme im Familienverband mit ihrem gesamten Tierbestand und Hausrat im Wechsel der Jahreszeiten von Weideplatz zu Weideplatz (griechisch nomos) wandern und am Zielort für einige Monate in Zelten bzw. Jurten leben.

Die Nomaden stellen in liebevoller Kleinarbeit alles her, was an Textilien für ihren Alltag gebraucht wird. 

Bodenbeläge, Behälter für Aufbewahrung und Transport (Satteltaschen, Salztaschen) bei den Umzügen zwischen den unterschiedlichen Weideplätzen, Zeltbänder, Wiegen usw.  werden von meist weiblichen Familienmitgliedern fantasie-, liebe- und kunstvoll gefertigt. 

Je nach Stammeszugehörigkeit werden unterschiedliche Muster, Farben und Webtechniken verwendet, an denen der Kenner ihre Herkunft ersehen kann.

Heutzutage ist die Herstellung für den Eigengebrauch sehr stark zurückgegangen, wie auch die nomadische Lebensform selbst.

Die nomadische Lebensform ist infolge konsequenter Nicht-Förderung massiv im Rückgang. Viehbestand und damit Wollproduktion und Herstellung der mit dieser Lebensweise verbundenen kunsthandwerklichen Kleinode sind stark zurückgegangen. 

Schon in näherer Zukunft werden diese charismatischen, mit Naturfarben von Nomadenhand gefärbten Wollkunstwerke echte Raritäten darstellen